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Archive for 16/12/2011

10.000 – 20.000 Kinder wurden 1945-1985 in katholischen Einrichtungen allein in den Niederlanden systematisch missbraucht – kerknieuws.nl

Fr 16. Dezember 2011 | 08.53 – kerknieuws.nl
Zwischen 10.000 und 20.000 Kinder wurden zwischen 1945 und 1985 in katholischen Einrichtungen allein in den Niederlanden systematisch missbraucht. Diese Berechnung wird im Deetman Ausschuss, einer Untersuchung von sexuellem Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche aufgestellt.
Sie beruht auf Berichten der NRC Handelsblad Journalisten Joep Dohmen und auf den TV-Programmjournalisten  Pauw und Witteman im Abschlussbericht des Ausschusses Deetman. Dieser Bericht über die wissenschaftliche Erforschung des sexuellen Missbrauchs in katholischen Einrichtungen erscheint am Freitag. Laut Dohmen wren den meisten Fällen die Opfer zwischen 11 und 14 Jahren. …  Er sagte, dass „jedermann“ in der Kirche es bewusst war, den Direktoren der verantwortlichen Kirchen, die Bischöfen und den Vorgesetzten der Gemeinden. Ihm zufolge wurden die  Dinge vertuscht und verdeckt gehalten. Laut Dohmen hat in den meisten Fällen ein Abtasten und Berühren stattgefunden und in einer kleineren Anzahl von Fällen ist zu schwerem Missbrauch wie Vergewaltigung gekommen.

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Kirche heute, 16.Dez. 2011 – RSS-feed

16/12/2011 1 Kommentar

    Kirche heute – 16.Dez. 2011

  • 10.000 – 20.000 Kinder in katholischen Einrichtungen missbraucht – Kerknieuws.nl
  • Religionsphilosophie Vernunft und Glaube – spektrum.de
  • Katholische Kirche in USA:  Jahrzehnte der Sünde – Spiegel
  • Colomiers. Les collèges mobilisés pour la laïcité –  LaDépêche.fr
  • Escuela. Religión en la
  • Zwei Millionen Amerikaner sind aus der katholischen Kirche ausgetreten
  • Extreem rechtse katholieken maken opmars in media – Rorate
  • 10.000 en 20.000 kinderen zijn tussen misbruikt in katholieke instellingen – RK-Kerk
  • Katholische Kirche preist Nationalsozialismus von heute – UAAR Ultimissime
  • Geistliche fühlen sich nicht an weltliche Gesetze gebunden – SPIEGEL
  • Katholische Kirche in USA: Jahrzehnte der Sünde – Spiegel
  • Vatikansternwarte: ‘Gottesteilchen’ stellt Weltbild nicht infrage
  • Few penalties for keeping child abuse secret
  • Clinton Hosts Summit On Religious intolerance
  • Papst: Weihnachtsbotschaft schützt vor Ideologien und Evolutionstheorie
  • La contrarreforma religiosa
  • Secularización
  • Conservative peers back down over civil partnership church services
  • Deutschland: „Mit Gott ist bei uns nichts“
  • Weltweit: Künftig weniger Schutz der Religionsfreiheit?
  • Best Religious Books of 2011:  HuffPost Religion’s Top 11

    Kirche heute – 16.Dez. 2011

Katholische Kirche in USA: Jahrzehnte der Sünde – Spiegel

16/12/2011 1 Kommentar

Zwei Millionen Amerikaner sind aus der katholischen Kirche ausgetreten,

weil immer neue Fälle sexuellen Missbrauchs bekannt werden. In Geheimarchiven fanden Online-Aktivisten nun Beweise, dass auch Bischöfe die Vorfälle systematisch vertuschten – und die Täter so schützten.

Terence McKiernan trägt Schnauzbart und einen Schlabber-Pulli, er sieht wie ein Gemütsmensch aus. Der 57 Jahre alte Philologe hat in seiner katholischen Gemeinde jahrelang ehrenamtlich Hostien gebacken, im Bibelkreis studierte er die Heilige Schrift. Doch das ist lange vorbei, denn McKiernan ist von seiner Kirche bitter enttäuscht. „Ich habe meine eigenen heiligen Texte gefunden“, sagt er und deutet auf den Laptop vor sich. „Aber sie zeigen leider nur eins: das Böse“.

McKiernan ruft ein Dokument auf: „Sehen Sie, ein Brief an Papst Johannes Paul II. Der Absender beschreibt, wie er im Alter von zehn Jahren, beim Schwimmen, von einem katholischen Priester vergewaltigt wurde. Der Mann erhielt keine Antwort vom Vatikan.“ Er klickt weiter: „Hier finden Sie Dokumente darüber, wie sich gleich drei Priester an einem jungen Messdiener vergingen.“ Noch ein Klick: Auf dem Bildschirm tauchen Notizen verschiedener Bischöfe über einen Geistlichen auf, der des Kindesmissbrauchs verdächtig war – und trotzdem weiterhin mit Kindern arbeiten durfte.

„Wir haben schon 130.000 solcher Akten online gestellt“, sagt McKiernan, „in ihnen sind über 3000 katholische Priester als Täter erfasst.“ Eine seiner jüngsten Quellen ist ein Geheimarchiv der Erzdiözese Philadelphia, in dem interne Erkenntnisse zu Missbrauchsfällen zusammengetragen wurden. Es war aber auch der Ort, an dem dieses Wissen begraben werden sollte. Denn die Papiere belegen, dass Kirchenobere an der Vertuschung der skandalösen Vorgänge beteiligt waren. Nun müssen weitere US-Diözesen bangen.

McKiernan hackt zornig auf den Laptop. Es ist die Stimmung, in die er jedes Mal gerät, wenn er Dinge wie diese liest. Seit einem Jahrzehnt halten immer neue Enthüllungen über Missbrauchsfälle die US-Katholiken in Atem, zwei Millionen Amerikaner haben deswegen in den letzten Jahren die Kirche verlassen. McKiernan aber hat sich nicht einfach abgewandt, er handelt.

Bischöfe zur Rechenschaft ziehen

Gemeinsam mit Anne Doyle, PR-Expertin und enttäuschte Katholikin wie er, steuert McKiernan von einem kahlen Büroraum nahe Boston aus eine Art Kirchen-WikiLeaks. BishopAccountability.Org heißt seine Organisation: Bischöfe zur Rechenschaft ziehen.

McKiernan und Doyle, 52, vertrauen auf die Kraft der Klicks, sie haben einen Onlinepranger geschaffen, Jahresbudget 300.000 Dollar, finanziert werden sie überwiegend von Missbrauchsopfern. Mehr als eine Million Nutzer haben sich die Webseite www.bishopaccountability.org voriges Jahr angeschaut. Unermüdlich sammeln beide Unterlagen über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche: öffentlich zugängliche Akten von Gerichtsverfahren und Ermittlungen, aber auch private Aufzeichnungen von Betroffenen. Und eben Auszüge aus Geheimarchiven der Kirche.

Jahrzehnte der Sünde sind nun im World Wide Web abrufbar. McKiernan zeigt einen Brief aus dem Jahr 1948, in dem ein US-Priester einem Freund beschreibt, wie himmlisch der Sex mit einem Knaben gewesen sei. Bestraft wurde er nie. „Es ist, als schaue man dem Bischof über die Schulter, der von solchen Fällen liest – und dann nichts unternimmt.“ McKiernan klingt ein bisschen wie Julian Assange, dem Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks und Verfechter totaler Transparenz.

Das Geheimarchiv von Philadelphia war bei Ermittlungen entdeckt worden: In der Stadt stehen derzeit drei Priester und ein katholischer Lehrer wegen Kindesmissbrauch vor Gericht, daneben auch der engste Vertraute des dortigen Bischofs. Der Mann ist angeklagt, die angeblichen Sexgräuel seiner Kollegen systematisch vertuscht zu haben. Und in Kansas City in Missouri erhoben Staatsanwälte soeben Anklage gegen einen leibhaftigen Bischof – eine Premiere. Der Geistliche soll Beweise für den Missbrauch von Mädchen durch einen Pfarrer monatelang unterschlagen haben.

Dabei hatte die US-Kirche gerade stolz verkündet, nach Jahren voller Skandale und Entschädigungszahlungen an die Opfer ihre Lektion gelernt und Schutzvorkehrungen getroffen zu haben, damit sich ähnliches nicht wiederholt. „Die Missbrauchs-Krise ist vorbei“, frohlockte eine Kirchenstudie im Mai. Von wegen, wie die neue Diskussion um Geheimarchive über Priestervergehen in Philadelphia zeigen. Hoch peinliche Notizen über Priester, die alles Mögliche tun – nur selten Gutes.

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