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Hurra-Katholizismus verlangt nach öffentlichem Bekenntnis eines Spitzenpolitikers zum Atheismus – FAZ

Die „neuen Atheisten“ werden nicht lockerlassen – FAZ

Genauso, wie Angela Merkel gerade riskiert, dass ihr die konservativen Stammwähler davonlaufen, riskieren Gabriel und Nahles aber, das alte Freidenkermilieu zu verprellen. Auch die „neuen Atheisten“ werden nicht lockerlassen, zumal sich ihr geistiges Rüstzeug inzwischen über den Stand von Ernst Haeckel hinaus entwickelt hat. So, wie Sigmar Gabriel aber auf dem Parteitag versprochen hat, die SPD werde sich nie wieder von den Arbeitern entfernen, so sollte er auch beherzigen, dass die Partei ebenfalls im antiklerikalen bürgerlichen Milieu Wähler angezogen hat, die sie verspielen könnte. …..

Was aber wird die Parteiführung tun, wenn sich Nichtchristen das Thiersesche Argument zu eigen machen und dann eben als Arbeitsgemeinschaft der Atheisten auftreten? Soll die dann auch nicht zugelassen werden? Hier scheint jemand den Pluralismus nicht zu Ende gedacht zu haben. Zum Pluralismus gehört, dass das lautstarke Bekenntnis der einen Gruppe durch das ebenso lautstarke Bekenntnis einer anderen Gruppe beantwortet wird. Christen, die die Mission zu ihrem Kerngeschäft zählen, geben sich indigniert, wenn gern als „militant“ verunglimpfte Kirchengegner auftreten, obwohl diese nichts anderes tun, als eben ihre eigene Propaganda zu betreiben. Man vergesse doch nicht, dass das Wort Propaganda seinen Ursprung vom Namen einer römischen Kongregation herleitet, die einen Kardinal zum Präfekten hatte. Die Atheisten von heute sehen nicht ein, warum sie dafür dankbar sein sollen, dass sie unter der Auflage, still und leise zu sein, in einer vom religiösen Diskurs beherrschten Öffentlichkeit geduldet werden.  …..

Das Bündnis von Thron und Altar in Preußen bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein ist ebenso ein Gegenbeweis wie die Verurteilung von Liberalismus und Religionsfreiheit durch die Päpste des neunzehnten Jahrhunderts – vor allem durch jenen Pius IX., dessen Seligsprechung im Jahre 2000 gegen den Protest zahlreicher deutscher Kirchenhistoriker durchgesetzt wurde. Noch im zwanzigsten Jahrhundert erklärte Kardinal Faulhaber, ein guter Katholik müsse Monarchist sein.

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  1. 16/01/2012 um 20:27

    Netter Blog, sehr informativ und schoen gemacht.

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