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Buch: Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert (Karlheinz Deschner)

Karlheinz Deschner: Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert

Inhalt: & Inhaltsverzeichnis

Karlheinz Deschner, den die Kritik einen „Voltaire unserer Tage“ genannt hat, beweist hier wie in seiner monumentalen Kriminalgeschichte des Christentums, daß die Hierarchen der Kirche sich noch immer beizeiten auf die Seite der weltlichen Machthaber geschlagen haben, um ihre eigene Macht zu mehren. Und dies keineswegs nur im Altertum und im angeblich so frommen 00indexMittelalter. Nein: heute und hier mitten unter uns geht die unmoralische Verfilzung von geistlichen und weltlichen Potentaten weiter.

Der erste der geschilderten Päpste, Leo XIII., war von dem Drang besessen, den verlorenen Kirchenstaat zu erneuern und die Macht des Heiligen Stuhls zu erweitern. Sein Nachfolger Pius X. stützte sich auf die Mittelmächte und trug zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs bei. Benedikt XV. wollte 1917 die Revolution in Rußland verhindern; doch als es anders kam, nahm er schleunig Kontakt mit den siegreichen Bolschewisten auf. Ganz im Sinne dieser machiavellistischen Tradition betätigte sich Pius XI. als Förderer Mussolinis, Hitlers und Francos.

Das größte Kapitel gilt Pius XII., der seit 1939 fast zwanzig Jahre lang im Zweiten Weltkrieg und danach Politik mit allen trieb, wenn sie nur gegen die gottlosen Kommunisten waren. Der beim Volk so beliebte Johannes XXIII. schien in allem das Gegenteil seines Vorgängers, doch mußte er auf kurialen Druck zum Beispiel das von ihm selbst zuvor geförderte Experiment der französischen Arbeiterpriester unterbinden, nachdem er Papst geworden war. Paul VI. vollends machte Schluß mit der vorsichtigen „Öffnung nach links“ und tat alles, um den Reformgeist des II. Vatikanischen Konzils im Keim zu ersticken. So wurde während seiner Regierung durch das „Pillenverbot“ die Bevölkerungsexplosion beschleunigt, und der US-amerikanische Kardinal Spellinan durfte ungerügt das Gemetzel in Vietnam als Sache Gottes preisen.

Mysteriös bleibt das nur Wochen währende Pontifikat Johannes Pauls I., dessen unverhoffter Tod gewissen Kreisen in der römischen Zentrale überaus gelegen kam und Platz machte für den seither in Gottes Namen reisenden und regierenden, Reformen verhindernden „polnischen Papst“ Johannes Paul II.
Ein gewaltiges Werk legt Deschner hier mit seiner umfassenden Zeitgeschichte der angeblich höchsten moralischen Instanz des Abendlands vor, die sich konsequent mit den schlimmsten Tendenzen unseres Säkulums verbündet und das tiefste Mißtrauen aller, die dieses Buch gelesen haben, wahrlich verdient.

Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert ist eine einbändige, aktualisierte Neuausgabe von Ein Jahrhundert Heilsgeschichte I und II.

Über dieses Buch
urteilt der Mediävist und Kirchenhistoriker
Prof. Dr. Hubert Mohr, Berlin:

„Es ist das Beste und Umfassendste, was bisher über dieses Thema geschrieben wurde … Mich beeindruckt nicht nur der großartige Stil, sondern auch die Akribie der Dokumentation. Dadurch wird das Buch solide und glaubwürdig. Niemand kann von unbewiesenen Behauptungen‘ sprechen. Kein Historiker, Publizist oder wer immer über dieses Thema schreiben will, wird künftig an diesem Werk vorbeigehen können. Es bleibt das Standardwerk!“

1878 – 1903 Leo XIII.
1903 – 1914 Pius X.
1914 – 1922 Benedikt XV.
1922 – 1939 Pius XI.
1939 – 1958 Pius XII.
1958 – 1963 Johannes XXIII.
1963 – 1978 Paul VI.
1978 Johannes Paul I.
1978 –      Johannes Paul II.

Die Politik der Päpste im 20. Jahrhundert ist eine einbändige, aktualisierte Neuausgabe von Ein Jahrhundert Heilsgeschichte I und II.

Autor:

Karlheinz Deschner, geboren 1924 in Bamberg. Im Krieg Soldat; studierte Jura, Theologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte. Sein Roman Die Nacht steht um mein Haus (1956) erregte Aufsehen, das sich ein Jahr später bei Erscheinen seiner Streitschrift Kitsch, Konvention und Kunst zum Skandal steigerte. Seit 1958 veröffentlicht Deschner seine entlarvenden und provozierenden Geschichtswerke zur Religions- und Kirchenkritik. Der forschende Schriftsteller lebt in Haßfurt am Main. 1988 wurde er mit dem Arno-Schmidt-Preis ausgezeichnet.

Rowohlt – ISBN: 3-498-01282-7

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 18/03/2012 um 14:42

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