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Kirche heute, 4. Oktober 2012

    Kirche heute, 4. Oktober 2012  (de)  (en)  (it)  (fr)

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Begriffe wie ‚Angriff‘, ‚Krieg‘ und ‚Kampf‘ gehen den Kardinälen leicht von der Zunge

04/10/2012 1 Kommentar

Bischöfe bekräftigten ablehnende Haltung gegenüber Reformern – vienna.at

Schönborn: “Wir wollen nicht verschweigen, was vielfach uns gegenüber und auch öffentlich gesagt wird: dass es eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit der Situation der Kirche und besonders mit ‘der Kirchenleitung’, mit uns Bischöfen und mit Rom, gibt”, heißt es im Hirtenwort zum Thema “Reformstau”. Viele Menschen hätten den Eindruck, es bewege sich nichts. “Andererseits haben wir Bischöfe seit über einem Jahr immer wieder deutlich gesagt, dass ein ‘Aufruf zum Ungehorsam’ nicht unwidersprochen hingenommen werden kann”, bekräftigten die Bischöfe ihren Standpunkt.

„Zunehmend kämpferischer Laizismus“ in Europa und der Welt – domradio

Die Kirchen stehen unter Druck: Als die wohl größten privaten Arbeitgeber in Deutschland beschäftigen allein ihre Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie rund eine Million Mitarbeiter. Doch das gesonderte kirchliche Arbeitsrecht steht mehr denn je auf dem Prüfstand. Ein Fürsprecher ist der frühere Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio.

In Kürze wird das Bundesarbeitsgericht über das Streikrecht bei der evangelischen Diakonie entscheiden. Beobachter erwarten, dass letztlich das Bundesverfassungsgericht angerufen wird. Auch die katholische Kirche sieht sich herausgefordert: Anders als bei den Protestanten geht es nicht um Streikrecht und Lohnfindung, sondern um die besonderen Loyalitätspflichten, die die Kirche von ihren Mitarbeitern fordert: Es geht darum, dass sie auf die Privatsphäre und die persönliche Lebensführung ihrer Arbeitnehmer zugreift und etwa Abtreibung oder neue zivile Ehe nach Scheidung mit Kündigung bestrafen kann.

2010 und 2011 haben der Europäische Menschenrechtsgerichtshof und das Bundesarbeitsgericht in konkreten Einzelfällen den Kündigungen eines Essener Organisten sowie eines Chefarztes eines katholisch getragenen Krankenhauses in Düsseldorf wegen Wiederheirat nach Scheidung widersprochen, allerdings im Grundsatz das kirchliche Arbeitsrecht bestätigt.

Was darf Religion? Dürfen kirchliche Normen das staatliche Streikrecht oder das individuelle Selbstbestimmungs- und Persönlichkeitsrecht von Beschäftigten verdrängen? Es geht um viel: nicht nur um das Fortbestehen des kirchlichen Arbeitsrechts, sondern auch um das Image der Kirchen und um das Verhältnis zwischen Kirche und Staat.

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