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Alleinseligmachender Monotheismus: Kriege im Namen der Religion – NZZ

Alleinseligmachender Monotheismus:  Kriege im Namen der Religion – Töten für Gott ,  David Signer

Oft sind es bei Konflikten dieser Welt Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen, die aneinandergeraten, sei es in Nigeria, in Ägypten oder in Pakistan. Experten versichern in solchen Fällen gerne, bei diesen Konflikten gehe es in Wirklichkeit nicht um religiöse, sondern um politische, wirtschaftliche oder ethnische Auseinandersetzungen. Aber warum wird dann im Namen der Religion getötet? Und warum sind so oft Muslime und Christen involviert und so selten Hindus, Buddhisten oder beispielsweise Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen? Könnte es sein, dass manche Religionen per se aggressiver sind als andere?

Alleinseligmachender Monotheismus

Diese These wurde in der Tat von mehreren Forschern vertreten, am profiliertesten vom deutschen Ägyptologen Jan Assmann. In seinen beiden Büchern «Moses der Ägypter» und «Die Mosaische Unterscheidung» postuliert er, erst mit Moses und dem Monotheismus, also vor etwa 3000 Jahren, sei die Unterscheidung zwischen «wahrem» und «falschem Gott», zwischen «Gläubigen» und «Ungläubigen» in die Welt gekommen. Der Ein-Gott-Glaube, so Assmann, führte einerseits zur Emanzipation der Menschen gegenüber der Natur, die nicht mehr als beseelt oder göttlich empfunden wurde; auch bewirkte die «Auslagerung» Gottes aus der Welt einen Schwund der magischen Vorstellungen und eine Profanierung des Politischen.

Andererseits entstand mit dem exklusiven Wahrheitsanspruch der monotheistischen Religion die Ablehnung, Ausgrenzung und Bekämpfung Andersgläubiger. Die religiöse Gewalt ist eine Folge der Zweiteilung in «Rechtgläubige» und «Heiden». Insbesondere in angespannten Zeiten wird dieser Sprengstoff, der in den Buchreligionen angelegt ist, gefährlich. Gerade der universale Anspruch dieser Weltreligionen macht sie problematisch; denn gemäss ihrem alleinseligmachenden Anspruch sollen alle gerettet werden und in den Genuss ihres Heils kommen – notfalls mit Gewalt.

Diese Analyse trifft heute auf die radikalen Strömungen im Islam zu, wo Andersgläubige – auch innerhalb des Islams – bekämpft werden. Sie trifft zumindest historisch auf das Christentum und gegenwärtig auf Evangelikale zu. Am wenigsten trifft sie auf das Judentum zu, wo die Durchsetzung der Wahrheit auf Erden Gottes Sache ist und nicht unsere. Allerdings sticht auch bei israelischen Nationalreligiösen die militante Selbstgerechtigkeit ins Auge, selbst wenn die Bekehrung Andersgläubiger wegfällt.

Im säkularisierten Westen hat der Nationalismus teilweise die Religion ersetzt, aber auch im postchristlichen Denken bleiben wir «mono»: Aufklärung, Menschenrechte, Demokratie sind universale Werte. So kollidiert nun westlich-globaler Wahrheitsanspruch mit islamischem Universalismus. Die Vorstellungen im Hinduismus und Buddhismus sind anders. Konzepte von exklusiver Wahrheit, Bekehrung, Mission, Heiligem Krieg, Märtyrertum oder einem «eifersüchtigen Gott» sind nicht-monotheistischen Religionen fremd.

……..  weiterlesen via Kriege im Namen der Religion: Töten für Gott — NZZ.ch

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