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EKD Reformations-Papier: Historiker bemängeln „dogmatische Geschichtsdeutung“

Reformations-Papier der EKD:
Historiker bemängeln „dogmatische Geschichtsdeutung“

Reformations-Papier der EKD: Historiker bemängeln „dogmatische Geschichtsdeutung“.

Das Grundlagenpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Reformation ruft heftige Kritik bei den Reformationshistorikern Heinz Schilling und Thomas Kaufmann hervor.

Die beiden renommierten Wissenschaftler werfen der EKD in einem Beitrag für die Tageszeitung „Die Welt“ (Samstagsausgabe) eine „dogmatische Geschichtsdeutung» bei der Vorbereitung des 500. Reformationsjubiläums vor. «Mit der Geschichte der Reformation hat das nichts zu tun“, schreiben sie mit Blick auf den jüngst vorgestellten EKD-Text „Rechtfertigung und Freiheit“.

Das EKD-Papier nehme „die Erkenntnisse der nach 1945 erneuerten, internationalen Reformationsforschung als Teil der allgemeinen Geschichtswissenschaft überhaupt nicht zur Kenntnis“, schreiben der Berliner Frühe-Neuzeit-Historiker Schilling und der Göttinger Kirchengeschichtler Kaufmann. „Durch ‚Rechtfertigung und Freiheit‘ verfestigt sich der Eindruck, dass die EKD nicht an einer historischen Tiefenbohrung interessiert ist, welche erst eine sachlich gesicherte Basis der Gegenwartsrelevanz schaffen könnte“, heißt es weiter.

Die EKD hatte den Text, der als theologische Grundlage für das Reformationsjubiläum 2017 dienen soll, Mitte Mai in Berlin vorgestellt. Er wurde von einer Kommission unter Leitung des Berliner Kirchenhistorikers Christoph Markschies ausgearbeitet. Ausgangspunkt des Papiers ist die Rechtfertigungslehre Martin Luthers (1483-1546), die wesentlicher Grund für die Kirchenspaltung im 16. Jahrhundert war. In der Rechtfertigungslehre sieht die EKD die Grundlage des reformatorischen Freiheitsverständnisses.

Aus den Lehren Luthers leitet die von der EKD eingesetzte Kommission aktuelle Handlungsfelder ab. So schlägt sie in dem Papier unter anderem vor, sich mit Blick auf das Reformationsjubiläum Fragen der Ökumene, der Entchristlichung der Gesellschaft, der Geschlechtergerechtigkeit und des interreligiösen Dialogs zu widmen.

via Reformations-Papier der EKD: Historiker bemängeln „dogmatische Geschichtsdeutung“.

 

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