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Reminiszen: ‚Deutschstunde‘ für US-Amerikaner – Sigfried Lenz

Reminiszen: ‚Deutschstunde‘ für US-Amerikaner – Sigfried Lenz, Deutschstunde – Roman,  Hoffmann & Campe , S.158,

(….) Unsere Dreikommasieben (Kanone), sagte Asmus Asmussen. Gleich beim ersten Anflug holten wir sie runter. Rauchfahne. Notwassern. Sie schossen eine Leuchtkugel, als sie unten waren. In diesem Augenblick waren sie Schiffsbrüchige. Sie wußten Bescheid.

Amerikaner. Alles ist für sie ein Job, sagte mein Großvater, auch der Krieg.  –

Sie kennen keine Bindung sagte Asmus Asmussen, ein innerer Auftrag ist ihnen unbekannt, sie fühlen sich überall zu Haus. –

Sie essen nur Watte und trinken gefärbte Limonade, sagte mein sauertöpfischer Großvater, das hab ich alles selbst gelesen, ihre Nahrung ist typisch für sie. –

Weil sie überall zu Hause sind, sagte Asmus Asmussen, deshalb sind sie nirgend zu Haus.

Ihre Lieder: Lieder von Reisenden.

Ihre Unterkunft: Unterkunft von Nomaden

Ihre Bücher: Die Bücher von Wandersleuten

Amerikanisches Leben: das heißt: auf Widerruf leben, ohne dauerhafte Verpflichtung, vorläufig. Sagen wir: im Planwagen –

Zivilisten, sagte mein Großvater geringschätzig, lauter Zivilisten, selbst in Uniform. –

Eben sagte Asmus Asmussen und danach glückte ihm der Satz: Die großen Stürme überstehen nur die Seßhaften. ……

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 07/03/2015 um 22:26
  2. 18/12/2014 um 17:56

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