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Kindesmissbrauch mit „industriellen Dimensionen“: Kirchen & Behörden schwiegen – DIE WELT

Kindesmissbrauch mit „industriellen Dimensionen“: Kirchen & Behörden schwiegen

Großbritannien: Über Missbrauch wird lieber geschwiegen – DIE WELT.

Hunderte Missbrauchsfälle kommen zurzeit in Großbritannien ans Licht. Premier David Cameron spricht von einer „nationalen Bedrohung“. Die Opfer der Kinderschänder wurden dabei lange ignoriert. Warum?

Mehr als ein Kopfschütteln – pures Entsetzen hat die britische Gesellschaft gepackt angesichts sich häufender Vorfälle von Sexualverbrechen an minderjährigen Mädchen. David Cameron ging am Dienstagabend so weit, eine „nationale Bedrohung“ auszurufen, nachdem er mit Opfern des im nordenglischen Rotherham begangenen jahrelangen Kindesmissbrauchs zu einem privaten Termin in der Downing Street zusammengekommen war. Die „absoluten Horrorgeschichten“, die ihm zwei der inzwischen erwachsenen Frauen berichteten, würden „auf immer in meiner Erinnerung bleiben“, sagte der Premierminister – die Schändungen an Kindern in England hätten inzwischen „industrielle Dimensionen“ angenommen.  ….

Im Bericht selber heißt es, die Verantwortlichen hätte einfach nicht die Zusammenhänge durchschaut zwischen schutzbedürftigen Kindern und organisiertem Verbrechertum. Für eine Zeitung wie die „Daily Mail“ dagegen ist auch in Oxfordshire „Political Correctness“ der Hintergrund des Versagens von Jugendamt und anderen sozialen Behörden. Die „Times“ ihrerseits resümiert, mehr als eine „nationale Bedrohung“ liege hier vor – vielmehr eine „nationale Schande“.   …..

Als Toleranz getarnte Indifferenz

„Wegschauen“ haben viele Beobachter seit Langem als Detail der britischen Befindlichkeit ausgemacht. In dieser toleranten, auf ihre Fairness stolzen Gesellschaft trifft man nicht selten auf eine Kehrseite: Indifferenz. Die Sozialforscherin Kate Fox sieht in ihrem Buch „Watching the English – The Hidden Rules of English Behaviour“ in der „berühmten englischen Reserviertheit“ eine Art Besessenheit mit allem Privaten durchscheinen.

In der Tat: nicht dran rühren, seine Nase nicht in die Belange anderer stecken – diese oft gerühmte britische Zurückhaltung wird dann zu einem Problem, wenn auch Leute, deren Beruf es ist, justament ihre Nase in die Belange verwundbarer junger Menschen zu stecken, dies unterlassen. Aus Bequemlichkeit, aus Indifferenz – oder aus Ignoranz, die nichts dazulernen will in der Welt moderner Gefährdungen.

Viele gesellschaftliche Probleme der Insel verdanken sich einer Praxis eingeübter Indifferenz, die als „Toleranz“ verkleidet letztlich zur Toleranz des Intolerablen führen kann. „Die Engländer sind nicht intellektuell“, schrieb George Orwell 1941 in seiner Schrift „England Your England“. „Sie haben einen Horror vor abstrakten Gedanken, sie empfinden keine Notwendigkeit für irgendeine philosophische oder systematische ‚Welt-Sicht‘.“ Bis diese Notwendigkeit sie angesichts der schieren Seuche von Sexualverbrechen als existenzielle Frage förmlich anspringt.

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