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Glaubensfreiheit des Einzelnen vs Narrenfreiheit der Religionen: Dschingis Khan und Voltaire | Frankfurter Rundschau

Glaubensfreiheit des Einzelnen vs Narrenfreiheit der Religionen: Dschingis Khan und Voltaire

Ein Fall von eurozentrischer Verengung: Die Religionsfreiheit des Einzelnen ist keine exklusive Erfindung der hiesigen Aufklärung. :

Religionsfreiheit: Dschingis Khan und Voltaire | Kultur – Frankfurter Rundschau

(…) Die europäische Friedensidee nach dem Gemetzel des Dreißigjährigen Krieges basierte auf dem Prinzip cuius regio, eius religio (wes der Fürst, des der Glaub’). Das war der Sieg der Territorialstaaten und das Ende des Reiches. Mit Religionsfreiheit janoschtaufehatte das nichts zu tun. Wer nicht konvertieren wollte, der musste, wenn er sich das leisten konnte, emigrieren.

Im Osmanischen Reich stand es um die Religionsfreiheit immer wieder deutlich besser als im zerbröselten Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Das heißt nicht, dass es dort nicht auch Unterdrückung und Pogrome gegeben hätte. Aber die Atempausen dazwischen waren ein paar Jahrhunderte lang deutlich größer.

Von einem Recht des Einzelnen, sich unter dem vorhandenen Angebot seine Religion auszusuchen, konnte nirgendwo die Rede sein. Man durfte das ja noch nicht einmal bei seiner Garderobe. Die freie Wahl, könnte man sagen, war noch nicht erfunden. Das galt für alle Lebensbereiche. Aber natürlich versuchte doch jeder immer wieder zu machen, was er wollte. Von der Kleidung, über die Heirat bis zur richtigen – womöglich aus allen vorhandenen Stoffresten selbst zusammengeschneiderten – Religion.

Viele, die es versuchten, landeten auf einem Müll- oder Scheiterhaufen, andere aber wurden zu den Begründern mal großer, mal kleiner neuen Gemeinschaften. Das konnten Handels- oder Geheimgesellschaften, Opern- oder Modehäuser, Staaten, Lesezirkel oder Genossenschaften für die Verehrung bis dahin unbekannter Götter sein. So eng auch immer die Verhältnisse gewesen sein mochten, es gab immer Einzelne oder kleine Gruppen, die sie – mal ächzend und unter großen Schmerzen, mal scheinbar mühelos – sprengten. Die Regeln, die geschriebenen oder ungeschriebenen Gesetze sagen – auch heute – keineswegs alles über die Wirklichkeit.

Quelle: Religionsfreiheit: Dschingis Khan und Voltaire | Kultur – Frankfurter Rundschau

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