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Das klerikale Räderwerk erprobter Hysterieverbreitung: Aug.1914 – Sept.2015 – Achgut.com

Das klerikale Räderwerk erprobter Hysterieverbreitung:  Aug 1914 – Sept 2015 – Achgut.com

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Entfernte Verwandtschaft: August 1914 – September 2015 – achgut.com

I. Die Grenzöffnung im Herbst 2015 war ein tiefer Einschnitt in der deutschen Geschichte. Ihre Tragweite können wir heute erst annähernd ermessen. Deutschland ist mit dieser Entscheidung zu einer Art Kanzlerinnen-Autokratie geworden. Weder das Parlament, geschweige denn die Bevölkerung, wurde zur Frage der Masseneinwanderung und ihren Folgen befragt. Die Bundestagsabgeordneten haben ihr Recht, darüber abzustimmen, nicht einmal reklamiert, sondern sammelten sich mal in stiller, mal in lauter Gefolgschaft.

Wenn auch Bundeskanzlerin Merkel und die allzu willfährigen Medien die sichtbarsten Akteure einer wohl irreversiblen Entwicklung waren, die Ereignisse im Herbst 2015 sind cduebenso als ein massenpsychologisches Phänomen zu deuten und hätten ohne die breite Unterstützung in Teilen der Bevölkerung niemals diese suggestiven Bilder erzeugen können. Für die sog. Willkommenskultur, die nicht allein ein mediales Phänomen war, kann man vielfache Erklärungsversuche finden. Ich selbst habe an anderer Stelle auf tieferliegende Motive, historische Linien und mentale Muster für ihre Entstehungsbedingungen hingewiesen (vgl. Die Eitelkeit des Guten). Nirgendwo sonst in Europa gab es diese Willkommenskultur in reiner, konzentrierter Form. Die Szenen an deutschen Bahnsteigen und vor Sammelkunterkünften können als eine massenpsychologische und massenmediale Selbstbegeisterung gedeutet werden, die einem Gefühlsrausch diente, der Politik und Moral in eins setzte und jegliche Reflexion über die Folgen bei Strafe des sozialen Ausschlusses verbot.

Gibt es ein vergleichbares Ereignis in der deutschen Geschichte, das auf Tiefenstrukturen verweist, die unabhängig von historisch völlig anderen Voraussetzungen im Kern Ähnlichkeiten hat? Es ist für mich erstaunlich, dass noch niemand die Ereignisse im August 1914 mit denen des September 2015 verglichen hat. Die Kriegsbegeisterung 1914 ist für uns ein Ereignis wie aus einem anderen, längst versunkenen Zeitalter. Für den September 2015 gilt das in gewisser Weise schon heute. Die täglichen Meldungen über die Folgen der Massenmigration in den beiden letzten Jahren lassen selbst ein so nahes Ereignis wie die Grenzöffnung hinter einem dichten Schleier verschwinden. Tatsächlich befand sich Deutschland, präziser ein Teil der deutschen Gesellschaft, vor zwei Jahren in einer Art Traumland, an das sich heute nicht einmal die eifrigsten Befürworter der Grenzenlosigkeit gerne erinnern. Wahrscheinlich will auch bald niemand mehr dabei gewesen sein.   …

1914 sollten noch alle in die Volksgemeinschaft eingeschlossen werden. Schon am 1. August rief Kaiser Wilhelm II. in Berlin die berühmten Worte: „In dem jetzt bevorstehenden Kampfe kenne Ich in Meinem Volke keine Parteien mehr. Es gibt unter uns nur noch Deutsche.“ Mit Fortgang des Krieges wurden dann vermeintlich Schuldige (Juden, Sozialdemokraten, Kommunisten) gefunden, die die Einheit der Nation untergruben und den schon sicher geglaubten Sieg verhinderten.

100 Jahre später wird zwar auch die Nation als Ganzes angerufen („Wir schaffen das!“), zugleich aber von Beginn an auf die Parias im Inneren gezeigt. Pack, Dunkeldeutschland, Nationalisten, Rechtspopulisten können nicht Teil der Volksgemeinschaft, heute das „helle Deutschland“ genannt, sein. Wer die Willkommenskultur verweigerte, sah sich außerhalb der legitimen Diskursräume. Darauf stand berufliche, soziale und private Ausgrenzung.  ….

Am Ende stand im November 1918 Kapitulation und Niederlage. Ein jähes Aufwachen aus dem Traumland, ein tiefer psychischer Schock, den die Nation nicht überwinden konnte und der mit in die spätere Apokalypse führte. Wie die Kriegsbegeisterung von 1914, trotz der Propaganda des nationalsozialistischen Regimes 1939 aber nicht mehr herstellbar war, ist auch die Begeisterung des September 2015 unter keinen Umständen wiederholbar. Sie bleibt ein singuläres Ereignis der deutschen Geschichte. Einen weiteren September 2015 wird es nicht geben. Seine Folgen werden unsere Zukunft aber mehr als alles andere mitbestimmen.

Entfernte Verwandtschaft: August 1914 – September 2015 – achgut.com

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